Meinungen & Kommentare

Der Ratsherr Broeker wirft einigen Ratsmitgliedern von Dorfgemeinschaften, die Friedhöfe pflegen müssen, vor, dass sie bei den Beratungen / Abstimmungen, für die Vergabe des Heimatpreises an diese Gruppen gestimmt hätten. Sie seien befangen gewesen und hätten sich Vorteile verschaffen wollten. Diesen Vorwurf weisen die FBvB auf schärfste zurück, zumal hierdurch kein Ratsherr persönliche Vorteile hatte.

Richtig ist, dass in der Hauptausschusssitzung vom 30.10.2019 über alle eingegangenen Vorschläge zum Heimatpreis intensiv beraten wurde. Hierüber wurde jeweils einzeln abgestimmt. Das Abstimmungsergebnis im Rat vom 04.11.2020 war bei drei Neinstimmen und einer Enthaltung ebenso eindeutig wie die Abstimmungen im Hauptausschuss. Auch ohne die Ratsmitglieder die angeblich persönlich betroffen sind wäre das Abstimmungsergebnis angesichts der klaren Ergebnisse zugunsten der Dorfgemeinschaften ausgefallen.

Ferner ist zu bedenken, dass in den von der Friedhofsschließung betroffenen Dörfern erhebliche Spenden gesammelt wurden, um die eigenen Friedhöfe zu erhalten. Das zeigt, wie wichtig den Dorfgemeinschaften der Erhalt dieser Einrichtung ist. Der Friedhof ist nicht nur ein Ort des Gedenkens sondern auch eine Möglichkeit für soziale Kontakte. Eine Konzentration von Friedhöfen würde es älteren Einwohnern nicht nur erschweren, die Gräber zu besuchen, sondern es würde außerdem zu mehr Verkehr führen. Auch vor diesem Hintergrund ist das Agieren des Ratsherrn von Bündnis 90/ die Grünen, Herrn Broeker, wenig nachvollziehbar, zumal darüber diskutiert wird, ob das Friedhofswesen nicht Kulturgut werden soll.

Festzustellen ist allerdings, dass Herr Bröker zwei Mal nichtöffentliche Sitzungsinhalte öffentlich machte. Erstens wurden Abstimmungsergebnisse zum Heimatpreis öffentlich gemacht, zweitens wurden in der Haushaltsrede nichtöffentliche Kosten des Kunstrasenplatzes in Istrup genannt. Diese waren nicht nur auf der Homepage von Bündnis 90 / Die Grünen sondern auch in anderen Öffentlichen Medien zu lesen.

Wir selbst waren als FBvB einmal vom Vorwurf der Verschwiegenheitsverletzung betroffen, da wir in der Nelkenzeitung über einen Interessenten für das Integrationszentrum berichteten. Wir haben uns dafür entschuldigt und die vom Rat festgelegte Summe gezahlt.

Herr Broeker entschuldigte sich bisher leider nicht, so dass wir befürchten, dass sich durch sein Agieren das zukünftige Klima im Rat und in den Ausschüssen verschlechtern wird.

Blomberg, 18.05.2020                                   Freie Bürger von Blomberg e. V.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Obwohl der städtische Haushalt für das Jahr 2020 Einnahmen von 37.513.602 Euro aufweist, kommt es aufgrund von Ausgaben in Höhe von 41.059.207 Euro zu einem Defizit von 3.545.207 Euro.

Diese sind nicht nur auf die Personalausgaben und die geringeren Gewerbesteuereinnahmen begründet, wobei letztere auch nicht durch Schlüsselzuweisungen in Höhe von 632.000 Euro ausgeglichen werden können. Ein weiterer hoher Posten sind die steigende Kreisumlage von 15.220.000 Euro und die hohen Sozial- und Asylausgaben, auf denen die Stadt Blomberg weitgehend sitzen bleibt, da das Land NRW und der Bund ihren Verpflichtungen nur unzureichend nachkommen. Allein im Bereich der Integrationspauschale bleiben ca. 600.000 Euro bei der Stadt.

Insgesamt gibt es im Haushalt positive Entwicklungen. Die Investitionen sind deutlich höher als in den Vorjahren. So soll im Jahr 2020 der Kunstrasenplatz in Istrup (900.000 Euro) endlich in Angriff genommen werden. Ferner sind für die Sanierung der teilweise maroden Stadtmauer im Rahmen der Weiterführung des Städtischen Entwicklungskonzepts (STEK) ca. 600.000 Euro vorgesehen. Weitere zukunftsorientierte Investitionen sollen beim Schnellen Internet, der digitalen Ausstattung in Schulen, der Ausrüstung der Feuerwehr, im Straßen- und Wegebau, usw.

Das Gesamtjahresergebnis unserer Stadt wies für 2017 einen Überschuss von 9.500.134 Euro auf, der der Rücklage zugeführt wurde. Nur durch die Entnahme von über 3.500.000 Euro aus der Rücklage kann der Haushalt 2020 ausgeglichen werden.

Tendenziell ist festzuhalten, dass die Grundsteuern A und B sich seit der letzten Erhöhung im Jahr 2017 auf einem Niveau von fast 3,5 Millionen einpendeln. Im Jahr 2014 waren es übrigens fast 2,5 Millionen.

Angesichts dieser Steigerung hatten die Freien Bürger von Blomberg (FBvB) eine Senkung der Grundsteuern A und B um 2,5 Prozent in den Haushaltsberatungen beantragt. Obwohl auf Möglichkeiten der Gegenfinanzierung hingewiesen wurde, wurde unser Antrag abgelehnt.

Unsere Eigenbetriebe zahlen jedes Jahr Zinsen für das von der Stadt übertragene Eigenkapital. Das kann man noch nachvollziehen, obwohl der Zinssatz über den üblichen Zinsen des Kapitalmarkts liegt. Ein besonderer Knackpunkt bei den diesjährigen Beratungen des Haushaltsplanentwurfs für das Jahr 2020 waren in unserer Fraktion die unterschiedlich hohen Transaktionen der Eigenbetriebe. Wegen der Waldschäden zahlt der Stadtforst in diesem Jahr nichts. Das ist auch richtig. Es bleibt aber die Frage, weshalb sollen die AWB, die BIG und die BvB unterschiedlich hohe „sonstige Finanzerträge“ als „Gewinnabführung“ aus der Eigenkapitalverzinsung erbringen?

Wir haben eine Verantwortung für zukünftige Generationen. Ein wichtiger Baustein ist der Abbau Schulden, die Senkung von Steuern und Gebühren aber auch ein verstärktes Engagieren im Umweltbereich, um unsere Stadt zukunftsfähig zu machen. Hierzu gehört u. E. auch eine frühzeitige Information unserer Bürgerinnen und Bürger sowie eine stärkere Beteiligung an politischen Entscheidungen.

Insgesamt sehen wir beim Haushaltsentwurf zwar Schritte in die richtige Richtung, doch lehnen wir den Haushaltsplan 2020 wegen der oben genannten Unstimmigkeiten ab. Dem Stellenplan stimmen wir zu.

Abschließend bedanken wir uns beim Kämmerer, Herrn Dolle, für die viele Arbeit, die er geleistet hat.

Blomberg, den 19.12.2019                                                                           Günter Simon / Fraktionssprecher der FBvB

Fit for future:
Manche Städte statten ihre Schulen mit digitalen Tafeln aus. Blomberg schmückt damit seinen Stadteingang.
Hat aber weder für das EINE noch für das ANDERE eigenes Geld und stellt sich mit der Bettelschale beim Bund in die Reihe mit 140 anderen Gemeinden.

Walter Beumer

32825 Blomberg

Leopoldshöhe hat seine Schulen mit Tablets und VideoScreens ausgestattet.
Eine begrüßenswerte und lange überfällige Investition in die Bildungszukunft.
Die Ratsmehrheit in Blomberg stattet die Ortseingang mit großflächigem Videoscreen aus. Zukunftssicher.
Für rund 60.000 Euro. Und künstlerisch wertvolle Metallnelkenkonstruktionen kommen noch dazu, gaaanz große und kleine für …man darf raten, denn die Kosten sind immer noch vertraulich.
Und die Gesamtstadteingangsverschönerungssause kommt sicherlich, ich darf mal schätzen, auf ne halbe Million, plus die Kosten für diverse Gutachten und „Gestaltungskonzeptionen“. Die Stadt hat ja keine eigene Fachkompetenzen. Da geht’s Blomberg wie der Bundeswehr.
Für dieses Geld hätte die Stadt einige hundert Tablets zumindest fürstlich bezuschussen und auch ein paar interaktive Whiteboards für die Klassenräume anschaffen können. Und auch einen externen Gutachter/Entwickler beauftragen können. Denn – es fehlt die örtliche Sachkompetenz, und so fehlt dem Blomberger Rat und der Stadtverwaltung und den Blomberger Schulen bislang jegliches beschlussfähiges Konzept.
Und die Zuständigkeit wird, nur zu gern, auf den Kreis Lippe geschoben. Da kann und darf man halt nix machen, es ist nun mal so beschlossen. Man darf gespannt sein, wann und wieviel von den nun endlich freigegebenen Fördermilliarden des Bundes angesichts der Blomberger Konzeptionslosigkeit denn nun in den städtischen Schulen ankommt.
Die Zukunft der Blomberger Schulen liegt also nach wie vor auf den Straßen, den Einfahrtsstraßen der Innenstadt. Man muss eben Prioritäten setzen können.

Walter Beumer
32825 Blomberg

Mit diesem Etikett firmierte die Stadt Blomberg bereits vor Jahrzehnten. Und seit Jahrzehnten, bis heute, hab ich bei Besuchen in Blomberg-City immer wieder mich, und andere, gefragt, wo denn die dazu passenden Nelken seien. Bis mich dann jemand aufklärte, dass es in Blomberg bis in die fünfziger Jahre mal eine global bekannte Nelkenzüchterei gegeben habe. Doch seit dem? Nix zu sehen von Nelken, obwohl das Motto „Nelkenstadt“ weiterhin an der Stadt klebt. Viele Anfragen und Anregungen an „Offiziellen“ bleiben ohne Wirkung, bis denn endlich Blomberg Marketing die Nelkenkönigin aus der Taufe hob. Doch im Stadtbild weiterhin KEINE Nelken. Und dann kam der Nelkenmarkt, und da gibt es Jahr für Jahr sogar ein paar Nelken, aber danach? Nix. Nur ein paar engagierte Bürger haben an der Alten Meierei vor ein paar Jahren ein Beet mit Nelken angelegt. Doch in städtischen Pflanzungen oder privatem Grün weiterhin nix Augenfälliges von Nelken zu finden. Vielleicht hab ich nur nicht ausdauernd gesucht? Vielleicht hat die Stadt ´ne Nelkenallergie? Also gegen echte Nelken?

Das wäre auch die Erklärung dafür, dass die Stadt sich jetzt eine Blechnelke zulegen will. Und dann auch richtig groß, dem Flair einer Kleinstadt angemessen, so bei 5 mal 6 Meter. Wie das Ding aussehen soll, dass ist jetzt dem Bauausschuss vorgestellt worden. Und man war begeistert, bis auf zwei, und hat dem Rat empfohlen zu beschließen, was der Bürgermeister -war das seine Idee?- mit dem beauftragten (zu beauftragenden) Künstler bereits vorab eingestielt hat, einschließlich Kosten und der Rat mit seiner Mehrheit wird das –Ehrensache–so beschließen.

Geht ja um Kunst; große Kunst.

Und was das kosten soll? Vielleicht, so vermutet man, denn es ist ja vertraulich, so viel wie eine in Blomberg fehlende öffentliche Toilette. Oder so viel wie die Videowand im Vatti-Park? Denn dort soll ja zur optischen Aufwertung des Platzes und des Ortes diese BlechNelke stehen. Ist ja schließlich große Kunst, mit 5 mal 6 Metern, wie die Videowand. Wirkt dann aber in der Größe eher wie ein Baum, so als Ersatz für die entfernten Bäume.

Die VideoWand wird so bummelich um 60.000 kosten bzw. gekostet haben. Eine öffentliche Toilette
-braucht ja keiner- täte ungefähr das Gleiche kosten. Vielleicht wird die Blechnelke ja ein bisschen billiger.

Die Blomberger dürfen also gespannt sein, wieviel von den massiv erhöhten Grundsteuern dafür letztlich aufgewendet werden, um im Vatti-Park mit zwei großzügigen Gestaltungsobjekten dem Autofahrer kundzutun: Hier beginnt und endet Blombergs City. Und richtig lebend bunte Nelken dürfen den Besucher am Eingang der Nelkenstadt und auch innendrin weiterhin nicht empfangen.

Zu billig für sparsame Lipper?

Walter Beumer
32825 Blomberg
Residenzstraße 61

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