Mit diesem Etikett firmierte die Stadt Blomberg bereits vor Jahrzehnten. Und seit Jahrzehnten, bis heute, hab ich bei Besuchen in Blomberg-City immer wieder mich, und andere, gefragt, wo denn die dazu passenden Nelken seien. Bis mich dann jemand aufklärte, dass es in Blomberg bis in die fünfziger Jahre mal eine global bekannte Nelkenzüchterei gegeben habe. Doch seit dem? Nix zu sehen von Nelken, obwohl das Motto „Nelkenstadt“ weiterhin an der Stadt klebt. Viele Anfragen und Anregungen an „Offiziellen“ bleiben ohne Wirkung, bis denn endlich Blomberg Marketing die Nelkenkönigin aus der Taufe hob. Doch im Stadtbild weiterhin KEINE Nelken. Und dann kam der Nelkenmarkt, und da gibt es Jahr für Jahr sogar ein paar Nelken, aber danach? Nix. Nur ein paar engagierte Bürger haben an der Alten Meierei vor ein paar Jahren ein Beet mit Nelken angelegt. Doch in städtischen Pflanzungen oder privatem Grün weiterhin nix Augenfälliges von Nelken zu finden. Vielleicht hab ich nur nicht ausdauernd gesucht? Vielleicht hat die Stadt ´ne Nelkenallergie? Also gegen echte Nelken?

Das wäre auch die Erklärung dafür, dass die Stadt sich jetzt eine Blechnelke zulegen will. Und dann auch richtig groß, dem Flair einer Kleinstadt angemessen, so bei 5 mal 6 Meter. Wie das Ding aussehen soll, dass ist jetzt dem Bauausschuss vorgestellt worden. Und man war begeistert, bis auf zwei, und hat dem Rat empfohlen zu beschließen, was der Bürgermeister -war das seine Idee?- mit dem beauftragten (zu beauftragenden) Künstler bereits vorab eingestielt hat, einschließlich Kosten und der Rat mit seiner Mehrheit wird das –Ehrensache–so beschließen.

Geht ja um Kunst; große Kunst.

Und was das kosten soll? Vielleicht, so vermutet man, denn es ist ja vertraulich, so viel wie eine in Blomberg fehlende öffentliche Toilette. Oder so viel wie die Videowand im Vatti-Park? Denn dort soll ja zur optischen Aufwertung des Platzes und des Ortes diese BlechNelke stehen. Ist ja schließlich große Kunst, mit 5 mal 6 Metern, wie die Videowand. Wirkt dann aber in der Größe eher wie ein Baum, so als Ersatz für die entfernten Bäume.

Die VideoWand wird so bummelich um 60.000 kosten bzw. gekostet haben. Eine öffentliche Toilette
-braucht ja keiner- täte ungefähr das Gleiche kosten. Vielleicht wird die Blechnelke ja ein bisschen billiger.

Die Blomberger dürfen also gespannt sein, wieviel von den massiv erhöhten Grundsteuern dafür letztlich aufgewendet werden, um im Vatti-Park mit zwei großzügigen Gestaltungsobjekten dem Autofahrer kundzutun: Hier beginnt und endet Blombergs City. Und richtig lebend bunte Nelken dürfen den Besucher am Eingang der Nelkenstadt und auch innendrin weiterhin nicht empfangen.

Zu billig für sparsame Lipper?

Walter Beumer
32825 Blomberg
Residenzstraße 61


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